Rosen im Winter

Von Dagmar Biechele

Gib dem Menschen einen Anlass und/oder ein Thema, erlaube ihm Kreativität – und es kommen erstaunliche Dinge zutage. Angesprochen, ob ich mir auch einen kleinen Beitrag vorstellen könnte, trat vor mein inneres Auge ein Foto, das ich vor vielen Jahren direkt vor der Haustür gemacht habe. Und dazu gesellte sich ein Text, der mir spontan zu diesem Foto eingefallen war – es war die Zeit vor Weihnachten. Einen Tag nach Prof. Wollbolds Geburtstag schließt sich der weihnachtliche Festkreis, und so wage ich zu behaupten, dass es passt und gleichzeitig ein stimmiger Blumengruß ist. Eine ganz andere Facette zum sonstigen normalen Arbeitsleben, eine ganz andere Äußerung, ein von ganz Innen nach ganz Außen Gehen. Ich fragte mich dann doch: Trau ich mich das? Ich trau mich.

Rosen im Winter

Willst Du denn
Rosen
Erwarten
im Winter?

Und wenn Du sie auch
Erträumt hast.
Dornen
Werden die weiße Decke
Zerreißen

Frostige Triebe
Frierende Blüte
Erstarrte Adern
Vereistes Blatt

Wurzel zart?
Rose im Schnee?
Mitten im Winter
So kalt?

Sieh hin!
Wunder geschehen
Ein für alle Mal:
Das Wunder
Der Menschwerdung


Dagmar Biechele ist seit 1991 Sekretärin am Lehrstuhl für Pastoraltheologie. Sie hat schon viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kommen und gehen sehen, Prof. Wollbold wird ihr aber nach menschlichem Ermessen erhalten bleiben.

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