Das Geburtstagsrätsel 2020

Von Theresia und Konstantin Kamp

Rätsel gehören zu Prof. Wollbolds Homepage wie Weihrauch zum Hochamt. Studierende, Kollegen und interessierte Leser zerbrechen sich regelmäßig an Weihnachten, zu Ostern und im Sommer (es könnte geradezu von einer Synode so festgeschrieben sein) den Kopf darüber, wer der Gesuchte ist. Von bekannteren Personen wie dem heiligen Thomas von Aquin bis hin zu unbekannteren Gestalten wie König Abgar V. (in der Lösung wurde präzisiert: nicht Abgar VIII.!) führt Prof. Wollbold die Leserschaft auf der Suche nach der Lösung in nähere und fernere Gefilde der Theologie, der Literatur und der Musik. Heute möchten wir ihn auf die Suche schicken, denn wer so fleißig Rätsel entwirft, hat sicher Freude daran, auch selbst eins zu lösen. Ob es eher eine harte Nuss oder eine reife Avocado ist – wer König Abgar V. kennt, wird sicher nicht zu sehr herausgefordert sein.

Um die gesuchte Gestalt zu finden, müssen wir uns auf eine Reise in Richtung Osten begeben. Sogar mehrere tausend Kilometer würde uns der Weg führen, wollten wir persönlich auf jenen Pfaden wandeln, die die Heimat der gesuchten Person waren. Wobei: Zu einem bestimmten Zeitpunkt der Geschichte hätten wir sie auch hier bei uns in Deutschland treffen können. Heute hat ihr Herkunftsland wegen seines politischen Oberhaupts nicht die beste Presse, wofür unsere Person jedoch sicher nichts kann – schon das 20. Jahrhundert hat sie nicht mehr erlebt.

Doch der Reihe nach. Geboren wurde der gesuchte Mann (erster Hinweis!) einen Monat vor einer anderen berühmten Person, die die Profession mit ihm teilt, allerdings aus einer ganz anderen Himmelsrichtung stammt. Beide werden häufig in einem Atemzug genannt, weil ihnen eine ähnliche Bedeutung für ihr gemeinsames Tätigkeitsfeld zukommt.

Vor seinem Durchbruch war unser Mann zeitweise auf einem ganz anderen, technischen Gebiet tätig. In seinen frühen Zwanzigern konzentrierte er sich dann ganz auf das, wofür er bekannt geworden ist. Es handelt sich um einen Beruf – oder soll man schon sagen eine Berufung? –, die Prof. Wollbold nicht ganz unbekannt ist und die mit der Schaffung von Werken einhergeht.

Wegen seines politischen Engagements wäre es jedoch beinahe dazu gekommen, dass er uns überhaupt nichts hinterlassen hätte – es brachte ihm ein Todesurteil ein, das im letzten Moment nicht vollzogen wurde. Eine alternative Art der Strafe in einem besonders entlegenen Teil seines Landes führte jedoch dazu, dass er seine Schaffenskraft einige Jahre wortwörtlich erst einmal auf Eis legen musste.

Nach der Entlassung ging es für ihn ambivalent weiter: Er hatte zwar Glück in der Liebe, aber Pech im Spiel des Lebens und bekam die Diagnose für eine ihn begleitende Krankheit.

Dennoch hörte er nicht auf, an die Kraft dessen zu glauben, was die irdische Wahrnehmung übersteigt. Religion spielt in seinem Œuvre eine große Rolle. Religiös – zumindest im Sinne von tugendhaft und mit einem eisernen Willen ausgestattet – muss man auch sein, um es sich zuzuführen. Ein Anhänger des alten Spruchs auf Telefonzellen „Fasse Dich kurz!“ war unser Mann jedenfalls sicher nicht. Seine Erzeugnisse gehören zu den längsten seiner Art. Sechs bekannte gibt es davon, dicht und tief. Dem ein oder anderen literarisch versierten Prediger dienen Teile davon als Inspiration, rezipiert werden sie freilich unabhängig von der Glaubensrichtung auf der ganzen Welt. 

Besondere Aufmerksamkeit bekommt immer wieder ein Opusculum, das gar keine eigenständige Veröffentlichung ist. Dieses lässt die Katholische Kirche in nicht eben günstigem Licht erscheinen, stellt es doch einen ihrer Vertreter als faktischen Gegner des wiedergekommenen Herrn selbst dar.

Dass die Werke hierzulande zuletzt Popularität erlangt haben, ist auch das Verdienst einer Frau, die sie neu erschlossen hat, dabei jedoch nicht zimperlich mit den bisher gewohnten Titeln umgegangen ist.

Den Grabstein des Gesuchten ziert Joh 12,24, ein Vers, der das Christusgeheimnis in wenigen Worten zusammenfasst. Reiche Frucht gebracht hat er ohne Frage. 

Ein letzter Hinweis für den Rätselnden: Der Name des gesuchten Mannes findet sich mehrfach auf Prof. Wollbolds Blog.

Gesucht ist also zunächst der Name des Mannes. Da das für findige Rätselfüchse noch keine allzu große Herausforderung darstellen dürfte, gibt es darüber hinaus gleich noch eine zweite Aufgabe: Wie heißt jenes Opus, aus dem das oben genannte, vielzitierte Opusculum entnommen ist, das geradezu als Affront gegenüber der katholischen Kirche empfunden werden kann? Und weil das immer noch auf dem Niveau einer reifen Avocado ist, ist zuletzt noch eine etwas härtere Nuss zu knacken: Gesucht wird schließlich der Name einer Figur, die in diesem Mammutwerk auftritt und nicht eben in seinem Zentrum steht. Die gesuchte Figur teilt die Berufung einer anderen, ungleich wichtigeren Person in selbigem Werk, lebt diese aber in sehr eigenwilliger, besonders gestrenger Weise. So tritt sie gewissermaßen als Antipode dieser wichtigeren Person in Erscheinung. Ihren großen Auftritt hat sie, als die wichtigere Person stirbt. Unsere gesuchte Person sieht sich durch die besonderen Umstände, die diesem Tod folgen, genötigt, einen Exorzismus durchzuführen. Wie heißt diese Figur, deren Name zufälligerweise nicht ganz unähnlich klingt wie ein Wort, das im Titel eines Buches von Prof. Wollbold steht?Um das Rätsel zu lösen sind also drei Namen verlangt: der Name des Werke erschaffenden Mannes, des Werkes, dem das bekannte Opusculum entstammt, und der exorzierenden Figur. Wenn Sie glauben, alle drei Antworten zu kennen, senden Sie uns Ihre Lösungsvorschläge einfach über das Nachrichtenfeld unten zu. Schildern Sie dabei gerne auch, welche Eindrücke Sie beim Lesen des Werkes hatten. Einsendeschluss ist der 25. Februar, dann ist am Beginn der Fastenzeit sogleich wieder Raum für das Osterrätsel. Als Gewinn wird unter allen Teilnehmern ein Werk der gesuchten Person ausgelost. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Viel Erfolg!


Theresia und Konstantin Kamp sind Theologen und waren mehrere Jahre als Hilfskräfte am Lehrstuhl für Pastoraltheologie tätig. Sie sind große Freunde der Rätsel auf Andreas Wollbolds Homepage und freuen sich daher umso mehr, ihm nun selbst einmal Material zum Knobeln geben zu können.